Taijiquan ist eine Lebens und Kampfkunst und wird bei uns im Shambhala seit der Gründung, also seit 1984 unterrichtet. Es ist die Kunst Yin und Yang in Balance zu bringen, die Kunst, Körper, Energie und Geist zu nähren und zu harmonisieren. Genauer heißt das, zu lernen, sowie dem eigenen Körper eine neue Struktur und Aufrichtung zu geben sowie Spannungen und Blockaden abzubauen. Dadurch kann Lebensenergie (Qi) besser zirkulieren und neue Synergien werden möglich. Als Kampfkunst lehrt uns Taijiquan stabil zu werden und unsere Bewegungen aus der Mitte heraus mit unserer Vorstellungskraft (Yi) zu führen. Wir lernen uns ruhig und kontemplativ zu bewegen, unter Druck zu entspannen, nachzugeben ohne davonzulaufen und wie der Gegner zum Partner wird, der uns hilft mehr über uns selbst und andere zu lernen. Um das alles umzusetzen aktivieren wir den „Herzgeist“(Xin) oder das „Tiefenbewusstsein“, das Geheimnis jeder höheren Kampfkunst.
Im Shambhala sind wir dem System von Meister Huang Xingxian (1910-1992) verpflichtet. Dieses System besteht im Grunde aus drei verschiedenen Stilen. Während seiner Jugend lernte Huang das Baihequan, den daoistischen Stil des weißen Kranichs seiner Heimat Fujian, gemeinsam mit dem Luohanstil, einem sehr alten Shaolinstil. Später erlernte er Taijiquan von Zheng Manqing. Huang Xingxian verstand es, alle drei Stile zu einem einzigartigen System zusammenzufügen und so neue Synergien zu nutzen.
Literatur
Eine kleine Taiji-Reise
Teil 1: Wie man einen Unsterblichen fängt
Teil 2: Spätsommernachtstraum
Baihequan(alles über den weißen Kranich Stil und Quickfist)
Der zerbrochene Krieger (Kampfkunst allgemein)
Stell die Sonne ins Herz (aus dem Buch: Am Puls des Taijiquan)
Taijiquan Shi San Shi (Grundprinzipien des Taijiquan)
Die Kunst des Augenblicks (über Kalligraphie und Tuschemalerei von Yonghui Deistler)
Texte von Chaitanya Franz Pölzl